Chronik - Freiwillige Feuerwehr Pürten

 

Erstes Feuerwehrhaus erbaut 1895

130 Jahre ist es nun her, dass einige Männer die Initiative ergriffen und in Pürten eine eigene Feuerwehr gründeten. Bis 1880 gehörten die Pürtener Männer der Feuerwehr Ebing an. Zur Gründungsversammlung fanden sich am 13. März 1880 32 Männer ein. Zum 1. Vorstand wurde der Bauer Josef Linner gewählt. 1. Kommandant war der Bauerssohn Anton Langrieger. Bereits 1889 gab es den ersten Führungswechsel. Michael Thalhammer wurde Vorstand und Josef Mösl Kommandant.

Eine interessante Eintragung im Mitgliedsbuch von 25. April 1899 verzeichnet, als ein Mitglied wegen Widerspenstigkeit aus der Feuerwehr ausgeschlossen wurde. So hart waren damals die Bräuche. 1908 wurde Josef Mösl Vorstand und Kommandant. Kifinger Benno war dann ab 1910 Kommandant. 1909 wurde eine Standarte angeschafft. Erster Fähnrich war Andreas Niedermeier.

Dann kamen die Kriegsjahre 1914/18. Während dieser Zeit fanden keine Versammlungen statt. Der Chronist kann nur die Eintragungen vorfinden „ab zum Militär 22“ oder „den Heldentod gestorben“. Erst am 29. Januar 1919 traf man sich wieder zu einer ordentlichen Versammlung, die wieder Josef Mösl als Vorstand leitete. Am 4. Mai 1919 wurde Sebastian Hahn 1. Kommandant. 1924 gab es wieder eine Änderung in der Vorstandschaft: Sebastian Hahn wurde 1. Vorstand und Franz Thalhammer 1.Kommandant. Der bisherige Vorstand wurde zum Ehrenvorstand ernannt.

Eine „moderne Spritze“ bekam die Feuerwehr Pürten 1924. Die Spritze, natürlich Handbetrieb, war dann bis Ende des letzten Weltkriegs im Einsatz. Im April 1927 wurde die erste Feuerwehrfahne angeschafft. Eine Fahnenweihe fand nicht statt, da die Fahne beim Abholen in München „schon geweiht“ wurde. Trotzdem fand noch eine Feier mit Gedenkgottesdienst, Festkonzert und Festjungfrauen statt. Patenverein war die Freiwillige Feuerwehr Fraham.

Zweites Feuerwehrhaus erbaut 1957

Am 18. Mai 1930 wurde das 50jährige Gründungsfest gefeiert. Anwesend waren der Patenverein Fraham und die Feuerwehrkameraden aus Ebing, wo Pürten Pate ist. Nachmittags war Festkonzert, zu dem auch die Feuerwehrmänner aus der Umgebung erschienen waren.

1939 wurde Josef Wimmer zum Wehrführer bestimmt. 1946 bekam unsere Feuerwehr die erste Motorspritze. 1949 wurde die Vorstandschaft wieder verjüngt. 1. Vorstand wurde Josef Wimmer, 1.Kommandant Johann Kifinger und Kassier Max Rauscher. Bis 1950 gehörten auch Männer aus dem heutigen Waldkraiburg der Pürtener Wehr an. So auch Johann Weinbauer, der spätere 1. Kommandant der neu gegründeten Waldkraiburger Feuerwehr.

1954 wurde von der Gemeinde eine neue Motorspritze mit Anhänger beschafft. 1956 wurde mit der Gemeindekanzlei auch das Feuerwehrgerätehaus erbaut und eine Alamsirene beschafft. 1964 wurde eine neue Vorstandschaft gewählt: 1. Vorstand wurde Johann Kifinger, 1. Kommandant Heinrich Maier. 1967 bekam die Feuerwehr ein modernes Löschfahrzeug. Es sollte auch ein Ansporn sein, sich für den aktiven Dienst bereit zu stellen. In früheren Jahren war es ein großer Stolz, der Feuerwehr anzugehören. Angefangen hat es beim Löschen mit Eimern, und 1970 war ein hoher Ausrüstungsstand erreicht. Dazu gehörte das moderne Löschfahrzeug mit Funkausrüstung. Trotzdem liest man in der Chronik auch vom „mäßigen Besuch der Übungen“ und gelegentlich die resignierende Feststellung „Es sind immer nur die selben da“. Die Vorbereitung zu den großen Festlichkeiten 1970 sollte neuen Schwung und Begeisterung wecken.

Feuerwehrler beim 90. Gründungsjubiläum

Die Generalversammlung entschied sich 1969 für die Anschaffung einer neuen Fahne. Man führte zuerst eine Haussammlung durch, die einen solch großen Erfolg hatte, dass man sofort die Festvorbereitung in Angriff nahm. In wohl einmaliger Kameradschaft wurden weitere Geldmittel durch eigene Arbeitsleistung beschafft. Alteisen wurde gesammelt. Ganze Bauernhöfe wurden entrümpelt und der Erlös dieser Aktion der Feuerwehr zu Verfügung gestellt. Im gemeindlichen Wald wurde in monatelanger Arbeit jeden Samstag ein durch Unwetter entstandener Schaden beseitigt und das Holz verkauft.

Unter der Schirmherrschaft von Landrat Erich Rambold wurde am 26./27. Juni 1971 ein großes Fest gefeiert. 63 Vereine hatten ihr Erscheinen zugesagt. Nach dem Festakt mit Fahnenweihe vor dem Brunnhuber-Hof fand mit rund 800 Teilnehmern ein großer Festzug statt. Er führte durch das Dorf und die Siedlung. Man traf sich im Festzelt. Das Fest hat alle bestärkt in der Bereitschaft zu vorbildlicher Kameradschaft und zum freiwilligen Dienst am Nächsten, getreu dem Wahlspruch: Einer für alle, alle für einen!

Auch das 100jährige Jubiläum wurde im Juni 1981 eindrucksvoll gefeiert. Über 90 Vereine und Heimatgruppen hatten der Pürtener Feuerwehr die Ehre erwiesen. Besonders zu erwähnen war die Anwesenheit der französischen Feuerwehr aus Dinan in der Bretagne, die für vier Tage Gäste in Pürten waren.

1984 bekam die Wehr mit 1. Vorstand Heinrich Maier und 1. Kommandant Franz Müller wieder eine neue Führung. 1987 wurde ein neues Feuerwehrhaus gebaut und das Löschfahrzeug LF 8 gekauft. Die Einweihung des Neubaus und die Segnung des Fahrzeugs waren dann 1988.

Drittes Feuerwehrhaus erbaut 1984

Gerhard Kifinger wurde 1996 zum 1. Vorstand gewählt, und das Amt des 1. Kommandanten übernahm weiterhin Franz Müller. Zu der Zeit gehörten der Freiwilligen Feuerwehr Pürten 13 Feuerwehranwärter, davon 5 Mädchen, 26 Aktive, 35 Passive und 36 fördernde Mitglieder an. Die Jugendfeuerwehr ist spitze. Beim Kreisturnier im Bundeswettbewerb der Deutschen Jugendfeuerwehren belegte sie den ersten Platz.

2000 hat die FFW Pürten ihr Feuerwehrhaus mit einem Geräteschuppen erweitert. Die Nachbarswehr St. Erasmus hatte es sich nicht nehmen lassen, den Firstbaum zu stehlen. Vielleicht war ja ein bisschen „Rache“ im Spiel. Schließlich hatten die Pürtener Feuerwehrler den Trasnern erst im Jahr vorher den Firstbaum vom Feuerwehrhaus gestohlen. Beim traditionellen Kameradschaftsabend der Floriansjünger Pürten kamen nun die Firstbaumdiebe aus Trasen mit einem Leiterwagen vorgefahren. Mit Brotzeit und Freibier mussten sie das „Diebesgut“ auslösen. Somit war der Kameradschaftsabend zugleich auch das „Richtfest“.

125 jähriges Gründungsfest 2006

Die „Unendliche Geschichte“ war nach fünf Jahren Anlaufzeit vorbei! Am 1. Juli 2003 wurde das langersehnte Mehrzweckfahrzeug 11/1 zugelassen und am 23. August 2003 erhielt der neue Mannschaftswagen den kirchlichen Segen.

Die Pürtener Wehr übernahm das Patenamt für das 125jährige Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr St. Erasmus im Juni 2004. Zwei Jahre später trat die Nachbarsfeuerwehr St. Erasmus das Patenamt für das 125jährige Gründungsfest der Pürtener Wehr an. Die Feuerwehr Pürten feierte im 126. Jahr der Gründung von Freitag 30. Juni bis Sonntag 2. Juli 2006 unter der Schirmherrschaft des 1. Bürgermeisters Siegfried Klika. Höhepunkt der Feierlichkeiten war am Sonntag der Festgottesdienst mit Weihe der alten restaurieren Fahne. Anschließend führte der Festzug durch den Ort Pürten. Zwei Feuerwehren in Freundschaft: Mit dem Patendank und der Nachfeier fanden die Festlichkeiten zum 125jährigen Jubiläum ihren Abschluss.
 

Mitgliederstand am 28.11.2017:
43 Aktive, 6 Jugendliche, 27 Passive, 51 fördernde Mitglieder

Vorstände
1880 – 1889 Linner Josef, Bauer, Pürten
1889 – 1908 Thalhammer Michael, Bauer, Pürten
1908 – 1924  Mösl Josef, Bauer, Pürten
1924 – 1939 Hahn Sebastian, Inntal
1939 – 1949 kein Vorstand
1949 – 1963 Wimmer Josef, Bauer, Froschau
1964 – 1984 Kifinger Johann, Bauer, Rausching
1984 – 1996 Maier Heinrich, Pürten
1996 – 2023 Kifinger Gerhard, Ensdorf
2023 – Thomas Zacherl, Niederndorf
   
Kommandanten
1880 – 1889 Langrieger Anton, Bauer, Pürten
1889 – 1910 Mösl Josef, Bauer Pürten
1910 – 1919 Kifinger Benno
1919 – 1924 Hahn Sebastian, Inntal
1924 – 1939 Thalhammer Franz
1939 – 1949 Wimmer Josef, Bauer, Froschau
1949 – 1964 Kifinger Johann, Bauer, Rausching
1964 – 1984 Maier Heinrich, Pürten
1984 – 2011 Müller Franz, Bauer, Pürten
2011 – 2017 Kifinger Franz, Pürten
2017 – 2023 Michael Heindl
2017 – Thomas Schmidhuber