Chronik - Radfahrverein Pürten

 

grndungshumpen
Gründungshumpen
Geschichte des Fahrrades
 
Das Fahrrad, wie wir es heute kennen, fand seine endgültige Form um 1900. Da wollten die Pürtener nicht lange passiv zusehen und abwarten, sondern gleich aktiv dabei sein. Deshalb schlossen sie sich 1901 zu einem Radfahrer-Verein zusammen.
 
Schon immer haben die Menschen darüber nachgedacht, wie man sich aus eigener Kraft schneller und müheloser fortbewegen könne. Ein Ergebnis war das Fahrrad. Das Automobil war zu dieser Zeit kein Konkurrent für das Fahrrad. Denn die Benzinkutschen waren noch zu teuer und sehr unzuverlässig. Sie waren Sport für Reiche. Das änderte sich erst in den zwanziger Jahren. Bis dahin dominierte das Fahrrad. Angefangen hatte der Forstinspektor Drais aus Karlsruhe, als er 1817 seine Laufmaschine baute, die als Grundidee des Fahrrads diente:  Ein hölzerner Rahmen, hölzerne Räder, das vordere lenkbar und zur Bequemlichkeit Armstützen und ein gepolsterter Sattel. Die Draisine war ein Fahrzeug ohne Bremse, mit den Füßen geschoben. Es blieb ein Hobby für wenige Stadtleute auf Parkwegen, nicht geeignet für die Straßen des Inntals mit Spurrillen und Schlaglöchern, die gerade Postkutsche und Fuhrwerk genügten. Erst im Jahr 1851 erschien auf den Straßen vereinzelt das Hochrad, Veloziped genannt. Auch der Radfahrer-Verein Pürten ist noch im Besitz einer solchen historischen Rarität. Sepp Mittermeier, beruflich damals auch auf Dachböden unterwegs, entdeckte 1949 das verstaubte Rad und konnte durch ein geglücktes Tauschgeschäft dieses Original für den Verein sichern. Auf dem Sozius eines „Hennerschreckers“ sitzend, das Hochrad auf dem Rücken, brachte er es aus dem nördlichen Landkreis nach Pürten, wo es heute noch  liebevoll gepflegt und in Ehren gehalten wird.
 


Das Fahrrad im Kommen
 
Als dann nach 1900 vom Preis her erschwingliche Räder auf den Markt kamen, war der Einstieg oder das Umsteigen auf dieses Verkehrsmittel längst nicht selbstverständlich oder jedermanns Sache. Dazu gehörte auch sportliches Geschick und jugendlicher Elan, was sich nicht jeder zutraute. Gleichsam als Hilfestellung boten sich die Radfahrer-Vereine an, die allmählich überall entstanden, so auch in Pürten.
 


Die Gründungsmitglieder
 
Benno Kifinger, Bauer von Rausching, war 1. Vorstand im neu gegründeten Verein. Aus späteren Aufzeichnungen im Protokollbuch - geführt ab 1921 - weiß man, dass mit ihm vom ersten Gründungsjahr an als Mitglieder dabei waren: Mösl Ignazt, Andelshauser Kaspar, Andelshauser Franz, Hahn Sebastian, Matheis Leonhard, Harrer Johann, Höller Franz, Hasenörl Josef, Schieder Johann, Sonnenholzner Georg, Brandwirth Josef, Kreil Baptist, Niedermaier Andreas und Godl Johann. Die Mitglieder kamen größtenteils aus Pürten und Sankt Erasmus, aber auch aus Ebing und den kleineren Ortsteilen. Als Vereinslokal diente lange zeit die Bahnhofs-Restauration. Der Treffpunkt bot sich schon deswegen an, weil die vorüberführende Straße zwischen Bahnhofgaststätte und Bahnschranke entlang der Bahn damals wenig befahren und sicherlich für Übungsfahrten gut geeignet war. Nachweislich diente sie dem Verein auch als Rennstrecke. Als Name findet sich in der Vereins-Chronik immer die Bezeichnung Radfahrer-Verein „Inntal“ Pürten. Gleichzeitig aber verwendete man nebenstehenden Stempel, in dem sich der Verein als Radfahrer-Club auswies.

 
rv fest 1926
25-jähriges Gründungsfest 1926
 
Die Technik schreitet voran
 
Die ersten Dampflokomotiven fuhren in Bayern, und 1872 begann man von Mühldorf aus in alle Richtungen Eisenbahnlinien zu bauen. Ab 1876 fuhr die Eisenbahn zwischen Mühldorf und Rosenheim. Aber es gehörte schon zu den Kuriositäten, dass die Menschen sich immer noch zu Fuß oder mit dem Pferdegespann fortbewegten. Der Zug fuhr schon seit 25 Jahren. Trotzdem blieb das Pferdefuhrwerk für den Personenverkehr und zum Transport der Güter des täglichen Bedarfs.

 
All Heil
 
Nachdem die Wunden des ersten Weltkrieges (1914 - 1918) verheilt waren, begann auch wieder das Vereinsleben. Mit dem schönen Sportgruß „All Heil!“ wurde 20 Jahre nach Vereinsgründung am 07. August 1921 die erste Generalversammlung abgehalten. Einstimmig wurde folgende Vorstandschaft gewählt: Vorstand Sonnenholzner Georg, Pürten; 2. Vorstand Lukas Peter, Sankt Erasmus; Fahrwart Auer Johann, Ebing; Vereinsdiener Hütter Sebastian, St. Erasmus; Kassier Gruber Simon, St. Erasmus; Schriftführer Brandwirth Franz, Pürten. Aller Anfang ist schwer! Nach vielen Neuzugängen und Übernahme eines Aktivrestes waren gerade noch 127,50 Mark in der Kasse zum Neuanfang. Also hat man sich bei der Feuerwehr 100 Mark ausgeliehen, denn für den September wurde ein Radlerfest in der Bahnhofsrestauration beschlossen. 1921 hatte der Kassier seine liebe Not. Wie kam Geld in die Kasse? Als Eintrittsgeld für das Gartenfest sollen 3 Mark, für Radeinstellen 1,50 Mark kassiert werden. Was bietet man als Preise? Immerhin waren sechs Geldpreise fürs Langsamfahren ausgesetzt - gestaffelt von 20 bis 2 Mark, außerdem fünf Preise für ein Vereinsrennen von 50 bis 5 Mark, dazu ein Korsofahren mit zwei Preisen, einen Weit- und einen Mehrheitspreis.

 
Standartenweihe 1922
 
Oft müssen auch die Mitglieder der Vorstandschaft mit gutem Beispiel vorangehen. So 1922, als die Anschaffung einer neuen Standarte beschlossen wurde und die Vorbereitung des Festes finanzielle Probleme brachte. Es war die Zeit der Inflation. „Beitragserhöhung“ wird wiederholt protokolliert. Preise stiegen und verloren mit dem Geldwert von einer Versammlung zur nächsten  ihre Gültigkeit. Der Preis der Standarte war 7.300 Mark, dazu bestellte man einheitliche Joppen und Mützen und Erinnerungsbänder. Die Verantwortung trugen 1. Vorstand Brandwirth Franz, Kassier Schuster Rupert, Fahrwart Parstofer Josef. Letzterer erklärte sich bereit, leihweise gegen 4 % Zins 3.000 Mark für die Standarte vorzufinanzieren. Am Nachmittag wurde (durch Pfarrer Antreter) die neue Standarte geweiht. Zum Festakt auf der Festbühne vor dem damaligen Feuerhaus zogen 14 geladene Vereine. Patenverein war Guttenburg (begleitet von Patenvereinsjungfrau Fanny Mösl). Fahnenmutter war Maria Langrieger, Fahnenbraut Anna Schmidinger aus Lindach und Standartenfahrer Franz Mitterer. Das Fest endete am Abend mit dem Theaterstück „Die Kindstaufe“.

 
rv fest 1951
50-jähriges Gründungsfest 1951
1926 - Festjahr mit 25jährigem Gründungsfest
 
Erst neigte der Verein dazu, das Gründungsjahr nur im stillen als Familienunterhaltung zu begehen, schließlich aber gab es doch eine größere Festlichkeit. Zum Gründungsfest mit Festzug und Korsofahrt waren 13 Vereine erschienen. Patenverein war in alter Tradition wieder Guttenburg. Für 25jährige Mitgliedschaft wurden an die verdienten Mitglieder des Gründerjahres Ehrendiplome verliehen. Gäste waren die Vereine aus Unterreith, Oberbergkirchen, Neumarkt-St. Veit, Flossing, Schwindegg, Reichertsheim, Garching, Aschau, Pleiskirchen, Engelsberg, Heldenstein.

 

1929 wurde 1. Vorstand Johann Englmaier gewählt, der ab 1937 als Kassier und 1938 als Schriftführer fungiert. Bis zu diesem Zeitpunkt führten Brandwirth Franz und Schuster Rupert ab 1921 lückenlos die Chronik.
 
 
In die andere Richtung
 
1933 fuhr plötzlich der Radler in die andere Richtung. Der Text am Stempel lautete jetzt Radfahrer-Verein Pürten. Rechtsrum war nicht nur für die Ballveranstaltung angeordnet - Linkstanzen und Schiebertanz verboten! Den Rechtsruck spürte das ganze Land. Das Heil sollte von andersher kommen. All-Heil wurde als Gruß abgeschafft. 1934 begann und schloss jede Versammlung „mit dem deutschen Gruß Heil Hitler“. Und der Verein hatte keinen Vorstand mehr, sondern einen „Vereinsführer“. Gleichschaltung bei den Vereinen bedeutete Anschluss an den Deutschen Radfahrer-Verband. Jetzt wurde auch zu Sportwettkämpfen eingeladen. In der Versammlung erschien mit übergeordneter Funktion mal ein Kreiswart, mal ein Bezirksfüher, um aufzuklären  „über Verbandsangelegenheiten, wo zur Zeit eine Umstellung erfolgt“. Ja, vieles wurde umgestellt. Über den Verein ist nichts mehr aufgeschrieben. Der 2. Weltkrieg hatte alles lahmgelegt.
 

 
hochradrennen
Hochradrennen in Pürten 1951
 
Theater, Tanz, Lustbarkeit
 
Die Vereinsmitglieder führten gerne Theater auf, hielten Schießabende und organisierten Bälle oder Faschingskränzchen. Fastnachtsunterhaltung 1922 - das stellte sich die Vorstandschaft so vor: Am Faschingssonntag nachmittags komische Aufführungen, abends Fastnachtskränzchen, womöglich maskiert! Und vier Wochen später stand schließlich das Programm fest. Nachmittags, mit Musikeinlagen unterbrochen, Einakter: Die Kropfoperation - Der Bauernbader - Blasenwaschen. Die nötigen Utensilien wurden vermutlich beim Schmied und beim Viehdoktor ausgeliehen. Beim Ball am Abend „sorgten acht ausgewählte Männer zur Sicherung der Gendarmerie“ für die Ordnung, schließlich sollte es ein Tanzvergnügen sein, für das mit dem Eintrittsgeld auch „Lustbarkeitssteuer“ bezahlt wurde. Wahrscheinlich hatte man noch jene unvergessliche Bauernhochzeit in unguter Erinnerung, bei der rauflustige Burschen überfallartig den Wirtssaal stürmten und durch eine Rauferei die Feier so empfindlich störten, dass sie ein jähes Ende nahm. Das Jahr 1923 brachte große finanzielle Belastungen, Entbehrung und mancherorts Not. Die Inflation trieb ihrem Höhepunkt zu. Im Verein wurden die Beiträge auf 100 Mark erhöht. Beim Theater gab es Eintrittspreise von 30 und 25 Mark. Man nutzte die Gelegenheit und zahlte seine Schulden bei der Feuerwehr und für die Standarte zurück. Weiter wurde beschlossen, Geld aus der Theaterkasse für wohltätige Zwecke zu verwenden: Aus den Einnahmen der Nachmittagsvorstellung sollten je 5000 Mark in die Armenkasse von Pürten und Fraham fließen und 17000 Mark von der Abendveranstaltung zugunsten der Ruhrhilfe.

 

theater
Theater "Der Wildschütz"

Theaterspielen war eine gute Einnahmequelle. Die Spieltruppe hatte aber intern auch Probleme. Ausgerechnet das Jubiläumsjahr 1926 endete ganz unerfreulich. Man wollte es im Dezember beschließen mit dem Stück „Der bayrische Hiasl“. Leider kam es nicht dazu. Ohne Einzelheiten zu nennen heißt es: „Bei der Hauptprobe am 23. Dezember verunglückte der als Zuschauer anwesende Johann Gneißl, wodurch der Verunglückte am Weihnachtstag verschied. Das Stück kam nicht zur Aufführung.“ 




Neben dem Radlerverein fand auch der katholische Burschenverein Gefallen am Theaterspiel. Das führte zu internen Querelen. Der Radlerverein versprach, er werde bestrebt sein und alles daransetzen, dass der Burschenverein zu einer neuen Fahne kommt. Die beiden Vereine kamen überein, weiter miteinander Theater zu spielen und Einnahmen wie Ausgaben miteinander zu teilen. 1933 wurde das Abkommen wieder aufgehoben und der RV beschloss, wieder allein zu spielen. Das angespannte Verhältnis führte zu einer Zerreißprobe zwischen den beiden. Schlichtend griff Gründungsmitglied Benno Kifinger ein und versöhnte die streitenden Brudervereine. Er bangte um die feste Grundlage des Vereins. Besonders dankbar für das Angebot der Theatergruppe war man in den Nachkriegsjahren nach 1945. Von den Einnahmen wurde wieder ein Teil abgezweigt, um Not zu lindern, diesmal für die Heimkehrerhilfe. Treibende Kraft war der damalige 1. Vorstand Josef Mittermeier, der auch als Spielleiter erfolgreich wirkte. Gleich viermal wurden die „Glocken von Birkenstein“ aufgeführt. Getragen vom Erfolg stellte man Überlegungen an, zusätzlich eine Gesangsgruppe zu bilden oder eine Schuhplattlergruppe auf die Beine zu stellen. Doch die Begeisterung ließ von Jahr zu Jahr nach. 1950 erklärte sich Jakob Hahn noch bereit, die Spielleitung zu übernehmen. Weihnachten 1952 wurde zum letztenmal gespielt. Dann schloss sich für immer der Vorhang.

 
flossing 1952
Radlerfest in Flossing 1952
 
Radlerfeste
 
Radlerfeste sind für den ausrichtenden Verein wie für die Gäste immer auch ein geselliges Ereignis, bei dem das Zusammentreffen mit Mitgliedern aus befreundeten Nachbarvereinen  ein wichtiges Element darstellt. Der Verein fuhr nach Trostberg, Guttenburg, Mühldorf, zur Standartenenthüllung nach Kraiburg, zur Standartenweihe nach Mettenheim.
 
Besonders anerkennend erwähnt der Chronist die Leistung, dass noch 1962 zum Jubiläum nach Marktl 33 Mitglieder mit dem Fahrrad fuhren, für Hin- und Rückweg war dabei eine Strecke von 80 km zurückzulegen. Von früh 6 Uhr bis 20 Uhr waren sie unterwegs, wobei das älteste Mitglied 64, das jüngste 12 Jahre alt war. Stolz brachte man Pokale, Humpen oder Krüge nach Hause, die dann jahrzehntelang als Schmuckstück im Herbergslokal ausgestellt und zum Umtrunk verwendet wurden. 1967 wurde ein Pokalschrank für die zahlreichen Trophäen angeschafft, dessen Kosten von der Brauerei Ametsbichler -den Ortsvereinen immer eng verbunden- übernommen wurden.
 
Wer eine Einladung annahm, fuhr in gespannter Erwartung dorthin. Welcher Verein rückt wohl mit den meisten Rädern an? Welcher Verein hat den weitesten Weg? Nach diesen zwei Kriterien wurden Preise vergeben, um Anreiz zu bieten, mit einem möglichst großen Aufgebot teilzunehmen und dafür auch weite Wegstrecken nicht zu scheuen. Als Belohnung winkten Mehrheitspreise, gestaffelt nach der Anzahl der Teilnehmer und Weitpreise für die Vereine, die zur Anfahrt die längste Strecke nachweisen konnten. Nicht so einfach ist es, Preise bei Korsofahrten zu vergeben, denn dabei spielt auch die subjektive Wertung eine Rolle.
 
 
Neuanfang
 
1947 beschlossen einige junge Sportskameraden, den Radfahrer-Verein Pürten wieder ins Leben zu rufen. Am 5. Juni 1947 trugen sich in einer Versammlung im Gasthaus Mittermeier 48 Personen als aktive Mitglieder ein. Kamerad Johann Hufnagl übergab die noch vorhandenen Unterlagen samt Kasse, berichtet vom früheren Vereinsleben und rief zum Zusammenhalt auf. Im stillen Gedenken gedachte man der nicht mehr aus dem Krieg zurückgekehrten Gefallenen und Vermissten.
 
Man wählt eine neue Vorstandschaft:
 
1.   Vorstand Mittermeier Josef
2.   Vorstand und Schriftführer Matheis Leonhard
Kassier Kifinger Johann, Rausching
Fähnrich Hahn Jakob

 
originellsten radfaher
"Pürt'ner Originale"
Der Verein bekam den Beinamen „Inntal“ und bekannte sich zu den Statuten des Bayerischen Landessportverbandes B.L.S.V. Mit der Währungsreform 1948 war die Vereinskasse wieder auf ein Minimum zusammengeschmolzen und der Verein stand ein zweites Mal „vor dem Nichts“. Aber die Tradition wurde gewahrt. 1949 wurden die Radlerfeste in Garching, Emmerting und Waldhausen besucht.
Im 50. Jahr nach der Vereinsgründung gab es erstmals eine Neuerung. Man begann mit dem Scheibenschießen und traf sich jeden Samstag. Das Thema „Schießabende“ beschäftigte wiederholt den Verein, denn unter den Mitgliedern waren viele begeisterte Schützen.

 
50 Jahre
 
Ein gewaltiges Arbeitspensum musste 1951 bewältigt werden, denn man feierte am 8. Juli das 50jährige Gründungsfest. 13 Vereine waren erschienen. Nach dem Feldgottesdienst, dem Festakt vor dem Maibaum und der Gefallenenehrung versammelte man sich zum gemeinsamen Mittagessen und zur Mitgliederehrung.
50jährige Mitgliedschaft (Gründungsmitglieder):
 
Niedermaier Andreas, Inntal
 
Hahn Sebastian, Inntal
Godl Johann, Ebing
Mösl Ignatz, Lauterbach
Sonnenholzner Georg, Pürten
Harrer Johann, Rausching
 
40jährige Mitgliedschaft:
Brandwirth Franz, Pürten

 

Nach der Korsofahrt, bei der die Gründungs- und Ehrenmitglieder sowie Festjungfrauen auf Festwägen gefahren wurden, gab es ein Hochradrennen, bei dem Anton Galneder als Sieger hervorging. Abends schloss das gelungene Fest mit einem Ball.
 
 
60 Jahre
 
1961 bestand der Radlerverein 60 Jahre. Zusammen mit dem Schützenverein, der seit 10 Jahren selbständig war, wurde das Gründungsfest gefeiert. Am Nachmittag wurde bei einem Festessen mit Musik dem letzten noch lebenden Gründungsmitglied Johann Godl das goldene Abzeichen verliehen, ebenfalls Franz Brandwirth für 50jährige Mitgliedschaft. Die silberne Ehrennadel erhielten Erasmus Holzner, Erasmus Höller, Sebastian Hütter, Felix Thalhammer und Theo Brandwirth.

 
alte rder
Unsere ältesten Räder
 
65 Jahre
 
Das 65jährige Gründungsfest war verbunden mit einer Radsportveranstaltung auf dem Vorplatz beim Brunnhuber Hof in Form eines Geschicklichkeitsfahrens, zu dem die Vereine Flossing, Guttenburg und Taufkirchen kamen.

 
 
75 Jahre
 
Schon ab 1974 war alles Sinnen und Trachten auf das bevorstehende Jubiläum  mit Standartenweihe ausgerichtet. Man stellte die Weichen für das Fest, pflegte die nötigen Kontakte und besuchte Veranstaltungen in Gottfriedingerschwaige, Neumarkt und Taufkirchen (Mehrheitspreis mit 104 Teilnehmern). In der Waldkraiburger Volksfesthalle veranstaltete man selbst ein Hindernisfahren mit Quiz und machte so auf den rührigen Verein aufmerksam. An der Spitze stand mit Josef Mittermeier ein bewährter Mann, der als Vorstand bereits 25 Jahre lang Erfahrung gesammelt hatte. Die großzügigen Spenden der verdienten Mitglieder Martin Ritthaler und Johann Hufnagl -beides einfache Rentner- reichten aus, die Kosten für die neue Standarte zu decken. Das Schmuckstück zeigt auf der einen Seite die Kirche mit Pfarrhof, die Denkmäler und Wahrzeichen des Dorfes, auf der anderen Seite den Radler. Die Festversammlung war am 24. Juli 1976. Geehrt wurden für 40jährige Mitgliedschaft Hintereder Franz und Brandwirth Max, für 25 Jahre Praßl Georg, Walter Josef, Pongratz Martin und Hahn Hilde. Fahnenmutter war Anni Brunnhuber, Fahnenbraut Helga Kifinger und Patenbraut Anneliese Kifinger.

 

hochrder
"Hochradl"
 
Am 1. August war die Weihe der neuen Standarte. Der Festakt fand im Brunnhuber Hof statt. Die Weihe vollzog Pfarrer Josef Jammers. Unter den Ehrengästen waren der stellvertretende Landrat Valentin Dasch, Bürgermeister Dr. Kriegisch und Altbürgermeister Holzner. Die örtlichen Vereine und Nachbarvereine waren mit Fahnenabordnungen vertreten. Bei der Korsofahrt am Nachmittag bot sich den rund 3000 Zuschauern ein prächtiges Bild, als ein Dutzend Radfahrer-Vereine an ihnen vorüberzogen. Bei der Preisverteilung im Zelt erhielt RV Flossing den Patenpreis, RV Konzell den 1. Korsopreis und Weitpreis (157 km), RV Taufkirchen mit 173 Teilnehmern den Mehrheitspreis. Aus der näheren Umgebung waren noch die Radler aus Guttenburg, Emmerting, Kastl und Neuötting dabei. Den weitaus größten Teil stellten die Vereine aus dem benachbarten Niederbayern, zu denen auch in den folgenden Jahren noch gute Kontakte gepflegt wurden. Weitere Besuche schlossen sich an, so gab es manches Wiedersehen bei Veranstaltungen in Wörth a.d. Isar, Konzell, Teugn, Edling, Heidenkofen, Schierling, Niederlaiendorf und Gottfriedinger Schwaige.

 
Generationenwechsel
 
1981 gab es einen Generationenwechsel, denn viele Junge rückten nach vorne: Johann Schreckinger als Vorstand  und mit ihm Leute wie Albert Lehner, Max Meier und Josef Harrer. Eine wichtige Stütze waren über Jahrzehnte Konrad Harrer, Georg Kißlinger und besonders Eduard Mitter sen., der sich für die Pflege und Erhaltung der historischen Räder einsetzte. Besonders hervorzuheben sind die vielen Korsowägen, die er in mühevoller Arbeit baute. Mit Edi Mitter jun. hat der Verein ab 1993 einen ebenbürtigen Nachfolger. Ihr Aufwand und ihre Einfälle tragen wesentlich bei, dass es bei Korsofahrten gute Wertungsergebnisse gibt. Herausragend in der 90jährigen Vereinsgeschichte sind die Erfolge beim 75jährigen Gründungsfest der Guttenburger 1985 in Frauendorf. Hier errang Pürten den 1. Mehrheitspreis mit 225 Personen, den 1. Korsopreis mit 615 Punkten und den 1. Damenpreis mit 111 Damen. Besonders verbunden fühlte man sich in diesen Jahren auch mit dem RV Flossing. Die langjährige freundschaftliche Verbundenheit, insbesondere seit dem Festjahr 1976, hielt an. In dieser Tradition war auch dem Patenbitten für das Jubiläum 1991 Erfolg beschieden.


90 Jahre  - noch gut in Fahrt
 
rv fest 1991
90-jähriges Gründungsfest 1991
 
1991 war ein Jubiläumsjahr, in dem vom 13. - 16. September das 90-jährige Gründungsfest gefeiert wurde. Nach anstrengendem Patenbitten, bei dem Josef Sieghart in einer mit reichlich Humor gespickten Laudatio die Verdienste der Vorstandschaft hervorhob, konnte der RV Flossing als Patenverein gewonnen werden. Als Festdamen fungierten Resi Mittermaier und Johanna Meier, als Festbraut Anneliese Brunnhuber, als Patenbraut Rosi Wagner. Die Festlichkeiten begannen am Freitag mit einem Gedenkgottesdienst. Im Anschluss erfolgte im Festzelt die Ehrung verdienter Mitglieder, am Samstag war Heimatabend. Bei strahlendem Sonnenschein konnten am Sonntag 15 benachbarte Radfahrvereine, sämtliche Ortsvereine von Pürten, Ebing und St.Erasmus sowie viele Heimatgruppen aus Waldkraiburg empfangen werden, die allesamt mit Fahnen dem Festgottesdienst vor dem Brunnhuber-Anwesen einen würdigen Rahmen gaben. Höhepunkt war am Nachmittag der Festzug. Der Korso führte vom oberen Dorf an der Ehrentribüne vorbei in Richtung Niederndorf, Steinbrunner Brücke und dann den Bach entlang zum Festzelt zurück. Zwei Festkapellen begleiteten den Zug. An die 10.000 Zuschauer säumten die Straßen. Bei der anschießenden Preisverteilung gewann der RV Taufkirchen den 1. Korsopreis, Mehrheitspreis sowie den 1.Damenpreis. Den Weitpreis erhielt mit 143 km der R.V. Konzell. Mit einem Kesselfleischessen im Zelt klang das Fest am Montag aus.
 
 
Zusammenhalt der Mitglieder
 
Nicht nur zu den Radlerfesten fährt man gerne mit. Der Zusammenhalt wird gefestigt durch eine Vielzahl geselliger Zusammenkünfte, wie Weinfeste und Vereinsausflüge. Nicht unerwähnt soll das gute Verhältnis zu den örtlichen Vereinen in Pürten, Ebing, Sankt Erasmus und Waldkraiburg bleiben. Die Teilnahme an Veranstaltungen der örtlichen Vereine und umgekehrt ist eine Selbstverständlichkeit.
Schmerzlich getroffen hat den Verein 1994 der plötzliche Tod des sehr aktiven Vorstandes Hans Schreckinger im Alter von 44 Jahren. Er hinterließ eine große Lücke im Verein. 1999 verstarb auch der verdiente Ehrenvorstand Josef Mittermeier. Helga Manstetter war dann ab März 1995 erster Vorstand, seit März 1997 ist es Albert Lehner. Zwischenzeitlich konnte das 250. Mitglied registriert werden.

 

neue standarte
Unsere neue Standarte von 1976
 
 
 

Bisherige Vorstände:

1901 - 1920  Benno Kifinger
1921 - 1922  Georg Sonnenholzner
1922 - 1928  Franz Brandwirth
1929 - 1937  Johann Englmeier
1937 - 1938  Georg Neißendorfer
1938 - 1947  keine Vereinstätigkeit
1947 - 1981  Josef Mittermeier
1981 - 1994  Johann Schreckinger
1995 - 1997  Helga Manstetter
1997 - 2023  Albert Lehner
2023 -           Florian Lehner